Warum Klischees in Büchern doch funktionieren

Jan. 5, 2024 | Fantasy

Klischees funktionieren in Büchern. Sie funktionieren in allen Arten von Geschichten. Du glaubst mir nicht? Dann nenn mir bitte ein Buch, eine Serie, einen Film oder ein Hörbuch, das nicht aktiv auf Klischees setzt. Lass dir ruhig Zeit – ich kann warten.

Spannenderweise habe ich vor nicht allzu langer Zeit ein ähnliches Gespräch gehabt, aber dort ging es um die negativen Einflüsse und wie Klischees deine Kreativität einschränken.

Jetzt will ich dir aber ein wenig mehr über die Kraft und die Wirkung von Klischees erzählen und dir klar machen, wieso sie einfach überall zu finden sind.

Was Klischees sind und was sie so beliebt macht

Klischees sind altbekannte Stereotypen bei Charakteren, die zu altbekannten Handlungen und Twists führen. In Büchern und Geschichten sind Klischees eine mächtige Waffe, um die Leserschaft schnell abzuholen – mächtig, aber ganz klar zweischneidig.

Ich will nur kurz anmerken, dass deine Handlung schnell langweilig und vorhersehbar wird, wenn du dich zu sehr auf Klischees verlässt. Deine eigene Perspektive, deine Stimme und dein Fingerabdruck müssen unbedingt erkenntlich bleiben.

Auch kannst du dich schnell in falscher Kreativität wiegen, wenn du einfach Handlungen und ganze Charaktere abkupferst. Deinem Publikum fallen solche Dinge auf, also sei im gesamten Planungsprozess aktiv dabei, dass sich kein Klischee unbeabsichtigt reinschmuggelt.

Jetzt aber wieder zum Mehrwert von Klischees.

Mehrwert von Klischees

Klischees holen deine Leserschaft ab und reissen sie sofort in deine Geschichte. Sie sind der Grund, dass wir uns früh in ein Buch hineinversetzt fühlen. Das Bekannte gibt uns dieses Gefühl der Vertrautheit und Zufriedenheit.

Ich habe schon angesprochen, dass Klischees und Stereotypen dazu beitragen, dass du eine ganz neue Welt in Rekordzeit an dein Publikum bringen kannst.

Ein Zauberer mit Stab? Unbedingt.

Ein Ritter in glänzender Rüstung? Muss so sein.

Zwerge, die unentwegt nach Juwelen schürfen und die beste Rüstung schmieden? Nicht wegzudenken.

Ohne Verwirrung zu stiften, kannst du auf diese Tatsachen zurückgreifen und gleich zur Handlung kommen. Schritt für Schritt musst du dann schon noch auf die Details eingehen, aber dazu später mehr.

Der schnelle Start in die Handlung ist nur der Anfang, denn mit Klischees kannst du auch die komplexeste Handlung greifbar machen.

Zwischen greifbar machen und vorhersehbar sein liegt ein schmaler Grat. Richtig angewendet lohnt er sich aber auf jeden Fall.

Klischees in Büchern – eine zeitlose Freundschaft

Ich habe schon gesagt, dass Klischees in Büchern und Geschichten allgemein überall zu finden sind. Das hat seinen Grund und ich will jetzt auf ein paar übergreifende Beispiele eingehen, bevor ich ganz konkret werde.

In der Fantasy-Literatur haben wir es mit einer zeitlosen Freundschaft zwischen Geschichten und Klischees zu tun.

Das liegt daran, dass eine Leserschaft gewisse Zusammenhänge voraussetzt. Das sind natürlich immer rein subjektive Erwartungen und dein Publikum hat vielleicht andere Erwartungen als mein Publikum – aber Erwartungen gibt es immer.

Eigene Klischees erzeugen

Für mich müssen Zwerge stur sein und vollends auf ihr Handwerk bedacht sein. So, jetzt ist es raus.

Ich gebe mich natürlich auch mit polarisierten Versionen dieser Zwerge zufrieden, aber ich will den Kern immer erkennen können.

Das zu mir – jetzt wieder zu dir.

Für deine Geschichten gelten diese Regeln auch. So kannst du für deine Welt deine eigenen Klischees erschaffen und zum Merkmal für deine Werke machen.

Beispielsweise könntest du Zwerge erschaffen, die auf ihren Steinböcken durch das Gebirge reiten und sich einzig für die Erhaltung der Fauna und Flora einsetzen.

Ob das jetzt wirklich ein gutes Wiedererkennungsmerkmal ist, weiss ich nicht, aber deine Leserschaft wird immer verstehen, wieso deine Zwerge die Fremden verscheuchen, die grundlos Wildtiere erlegen. Du hast damit ein eigenes Klischee erschaffen.

Figuren und Rollen

Ein weiterer Teil der zeitlosen Freundschaft sind die klassischen Figuren und Rollen. In fast jedem Buch gibt es eine heldenhafte, eine bösartige und eine weise Figur. Ganz klassisch haben wir einen Helden wie Frodo, einen Bösewicht wie Sauron und einen Mentor wie Gandalf.

Diese Aufstellung ist ein klares Klischee, das auch in neuen Werken vermehrt gefunden werden kann.

Die klassischen Figuren und Rollen sind aber auch ein schönes Beispiel, um zu zeigen, wie sich Klischees entwickelt haben.

Heute findest du selten eine klare Rollenverteilung wie in meinem Beispiel. Viele Werke konzentrieren sich darauf, Charaktere mehrdimensional zu machen. Das bedeutet auch, dass klassische Rollen verschmolzen werden. Mittlerweile kannst du dir diese drei als Ecken eines Dreieckes vorstellen und Charaktere werden irgendwo darin platziert.

Diese Entwicklung ist schön anzusehen und es gibt noch viele weitere Klischees, die einen ähnlichen Weg gehen, ich will noch anmerken, dass diese Entwicklung weder gut noch schlecht ist.

Schlussendlich kommt es auf das Gesamtpaket an. Du kannst dich voll und ganz auf Klischees berufen und dein Buch kann ein Erfolg werden. Du kannst dich ganz von ihnen lösen und dein Buch kann ein Flopp sein. Es gibt keinen Garant für irgendetwas und deshalb solltest du auch die klassische Rollenverteilung nicht voreilig einsetzen oder abhaken. Frag dich immer zuerst, ob es zu deinem Werk passt.

Das zur zeitlosen Freundschaft und wieso sie ganz klar ihre Berechtigung hat.

Ursprung von Klischees

Du fragst dich aber sicher längst, wie diese Klischees eigentlich entstanden sind. Nun, ich kann nicht behaupten, dass ich bei der Entstehung dabei war, aber ich kann dir einen guten Tipp geben, wo du anfangen kannst zu suchen: Mythen und Legenden.

Seit es Lagerfeuer gibt, werden Geschichten erzählt. Und seit der Zeit der ersten Geschichten werden Klischees eingesetzt. Diese haben sich gewandelt und den Zeiten und Umständen angepasst, bis schlussendlich unsere nun bekannten Klischees entstanden sind.

Es kann sehr gut sein, dass einige unserer Klischees schon früher genutzt wurden. Wenn du eine Zeitmaschine erfindest, dann bitte stell doch Nachforschungen diesbezüglich an.

Das Prinzip, dass wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse in unsere Geschichten und unsere Welten einfliessen lassen, macht sie einzigartig – genau wie die Klischees, die ihnen zugrunde liegen.

Du siehst also, dass diese zeitlose Freundschaft nicht eine Erfindung von Hollywood oder Netflix ist, um an unser Geld zu kommen. Diese Freundschaft ist so alt wie Geschichten selbst und wird uns alle noch lange überdauern.

Klassische Beispiele von Klischees in Erzählungen

Nach dem ganzen Gerede über Klischees und ihre Herkunft ist es jetzt aber Zeit, effektive Beispiele anzuschauen.

Ich habe dir einfach eine kleine Zusammenstellung von verschiedenen Klischees gemacht. Die Liste ist niemals vollständig und sie hat auch keine Priorisierung. Ich habe versucht, ein wenig von allem zusammenzuführen.

  • Der Held mit der ungewöhnlichen Herkunft
    Bei diesem Klischee geht es um Protagonisten, die aus einfachen oder unbekannten Verhältnissen stammen und dazu bestimmt sind, Grosses zu vollbringen.
    Hier wird der Aufstieg eines Aussenseiters zum Helden symbolisiert.
    Bekannt durch Filme wie Star Wars, Märchen wie Aschenputtel und mythologische Figuren wie Perseus aus der griechischen Mythologie.
  • Die Rettung durch die wahre Liebe
    Die wahre Liebe überwindet alle Hindernisse.
    Dieses Klischee findest du vor allem in Märchen wie «Romeo und Julia», aber auch in Filmen wie «Die Schöne und das Biest» und auch «Frozen».
    Dieses Klischee darf natürlich über die Liebe hinausgehen. Es geht um die emotionale Verbindung eines Charakters zu einem anderen Charakter, aber vielleicht auch zu einem Ort, einer Idee oder einem Titel. Die Kraft der Emotionen könnte man auch sagen.
  • Der Mentor oder Weise
    Bei Mentor oder Weise kommt mir immer sofort Gandalf aus «Der Herr der Ringe» in den Sinn. Er verkörpert das Klischee des alten Weisen, der Rat und Weisheit vermittelt.
    Die Unterschiede in verschiedenen Büchern und Geschichten liegen meist im Tatendrang des Mentors. Manchmal findest du den Mentor auf dem Schlachtfeld und manchmal nur in seiner Hütte.
  • Der böse Schurke
    Der böse Bösewicht ist ein altbekanntes Klischee. Ein furchterregender, vielleicht rachsüchtiger, vielleicht machtgieriger Antagonist, der dem Helden oder der Heldin entgegensteht.
    Mit diesem Klischee willst du wirklich das Böse durch deinen Antagonisten verkörpern lassen. Wofür du das genau einsetzt und ob du einen Twist daraus machen willst, ist natürlich dir überlassen.
    Bleiben wir bei den Klassikern ist Sauron aus «Der Herr der Ringe» einer der klischeehaftigsten bösen Schurken.
  • Das Happy End
    Der Kuss der wahren Liebe weckt Schneewittchen aus ihrem vergifteten Schlaf. Und die Charaktere aus «Harry Potter» können nach der Schlacht um Hogwarts auch endlich ein normales Leben führen.
    Happy Ends sind ein Klischee, das auf das Gefühl der Zufriedenheit beim Abschluss eines Buches oder einer Geschichte abzielt. Du willst deine Leserschaft mit einem guten Gefühl vertrösten, denn am Ende überkommt die meisten ein Gefühl der Leere, da die Reise zu Ende ist.
    In modernen Werken wird das Happy End meist absichtlich sabotiert, um entweder eine Weiterführung zu ermöglichen oder um zu zeigen, dass nicht jede Geschichte in einem Happy End endet. Ich persönlich bin ein Fan von Happy Ends. Ein guter, solider Abschluss.
    Ob du Happy Ends schreiben willst oder nicht, ist dir überlassen. Aber du solltest dich an eine klare Linie halten.
  • Der verbotene Ort
    Der verbotene Ort als Klischee spielt mit Neugierde und je nach Geschichte auch mit der Aufmüpfigkeit eines Charakters.
    Die klassische Abfolge ist, dass ein Charakter trotz vieler Warnungen einen verbotenen Ort betritt, etwas Böses geschieht und dann bezwingt der Charakter das Böse zum Abschluss wieder.
    Mittlerweile gibt es aber auch viele Bücher und Geschichten, in denen ein verbotener Ort eine andere Funktion hat.
    Vielleicht willst du in deinem Werk einen verbotenen Ort einrichten, an dem sich eine Revolution organisiert oder vielleicht erfährt eine Figur dort mehr über die eigene Herkunft.
  • Die Prinzessin in Not
    Die Prinzessin in Nöten war ursprünglich das Klischee einer hilflosen Prinzessin, die von einem tapferen Helden in glänzender Rüstung gerettet wird.
    In der modernen Zeit hat dieses Klischee noch immer denselben Namen, aber die Ausführungen haben alle möglichen Formen und Farben angenommen.

Du kannst dieses Klischee als Startpunkt nehmen, aber dann musst du ihm deine eigene Note verleihen. Lass deine Charaktere sich entwickeln und schau, wo es hinführt. Wie wäre es, wenn der glänzende Ritter die Aufgabe nicht gemeistert bekommt, weil er dem Druck nicht standhält? Oder was wäre, wenn das Ganze nur eine Falle der Prinzessin ist, die als Vampir nur starkes Blut zu sich locken will? Die Möglichkeiten werden nur durch deine Fantasie begrenzt.

Warum altbewährte Konzepte in Büchern funktionieren

Klischees sind altbewährte Abläufe und Handlungen in Büchern, die der Leserschaft Sicherheit und Vertrautheit liefern. Mit dem richtigen Einsatz von Klischees kannst du dein Publikum schnell in den Bann ziehen und sie tief in die Geschichte eintauchen lassen.

Unterschätze diese Geborgenheit niemals, denn sobald du deine Geschichte erzählst, wirst du automatisch selbst Klischees für deine Welt erschaffen. Du wirst deinem Publikum neue Anhaltspunkte und Anker geben. Achte gut darauf, was du ihnen gibst, denn änderst du deine eigenen Klischees ständig, dann wird sich früher oder später niemand mehr wohlfühlen.

Wohlfühlen musst du hier subjektiv verstehen, denn eine Leserin fühlt sich bei Blutritualen wohl und ein anderer fühlt mit den sprechenden Blumen mit. Das Wohlfühlen ist auf die Welt abgestimmt, die du erschaffen hast.

Bis du eigene Klischees aufgebaut hast, wird es einige Seiten und Stunden in deiner Welt brauchen.

Damit du deiner Leserschaft schnell ein gemeinsames Verständnis von deiner Welt und deinen Regeln bieten kannst, solltest du vor allem am Anfang mit gängigen Klischees arbeiten. Du gibst deinem Publikum eine Basis, auf der du dann aufbauen kannst.

Mit korrekt platzierten Klischees stellst du deine Charaktere und ihre Geschichte wirklich in den Mittelpunkt. Deine Leserschaft muss sich nicht zuerst an viele unterschiedliche und komplexe Systeme und Abläufe gewöhnen, denn du lieferst ihnen etwas, das sie kennen.

Etwas bereits kennen zählt nicht nur für Handlungen oder Systeme, sondern auch für Charaktere.

Ich persönlich bin immer am meisten auf den Mentor in einer Geschichte gespannt. Es gibt so viele Aspekte und Nuancen, die diesen Charakter unheimlich spannend machen. Mein unumstösslicher Favorit ist natürlich Gandalf – da lasse ich nicht mit mir diskutieren.

Machen wir hierzu ein kleines Spiel:

Ich zähle jetzt ein paar Mentoren auf und du stellst dir ihre grösste Stärke vor.

Bereit?

Minerva McGonagall
Gandalf
Mary Poppins
Aslan
Catelyn Stark
Professor Charles Xavier

Ich gehe mit dir jede Wette ein, dass du dir gerade ziemlich unterschiedliche Dinge vorgestellt hast. Du findest auch bestimmt sehr viele Gemeinsamkeiten, ich behaupte nicht, dass diese Mentoren komplett verschiedene Personen sind.

Mein Punkt ist, dass du deinen bösen Schurken oder deinen weisen Mentoren nicht nach Vorlage erstellen sollst. Weiche ab und gib deinen Charakteren deine persönliche Note, damit deine Leserschaft sie auch wirklich als deine Schurken und deinen Mentoren wahrnimmt und nicht nur die zehnte Kopie zählt.

Zusammenfassend funktionieren Klischees in Büchern und Geschichten, weil ihre Vertrautheit, ihr gemeinsames Verständnis und ihre Fähigkeit, neu interpretiert zu werden, deine Leserschaft tief in deine Welt eintauchen lassen.

Nutze Klischees und baue neue und innovative Geschichten auf der Basis von bekannten und verständlichen Konzepten auf.

Die Risiken von Klischees in Geschichten

Klischees sind ein zweischneidiges Schwert in Fantasy-Büchern. Auf der einen Seite können sie eine Vertrautheit schaffen und dem Leser ein gemeinsames Verständnis für die Welt und ihre Regeln vermitteln. Auf der anderen Seite bergen sie jedoch auch Risiken, die den Erfolg eines Buches beeinträchtigen können.

Eintönigkeit, mangelnde Kreativität und Stereotypisierung

Eines der größten Risiken von Klischees in Fantasy-Büchern ist die Eintönigkeit und Vorhersehbarkeit in der Handlung. Wenn dein Publikum das Gefühl hat, dass er die Handlung und die Charaktere schon tausend Mal zuvor gesehen hat, kann dies schnell zu Langeweile führen und dazu führen, dass er deine Geschichte nicht weiter liest.

Mangelnde Originalität und Kreativität gesellen sich hier auch dazu. Wenn du zu sehr auf altbewährte Konzepte und Charaktere zurückgreifst, vermittelst du den Eindruck, dass du nicht in der Lage bist, eigene Ideen zu entwickeln. Dies kann dein Publikum enttäuschen und im schlimmsten Fall dein Ansehen schädigen.

Das nächste Risiko von Klischees in Fantasy-Büchern ist die Stereotypisierung von Charakteren und Rassen. Wenn du auf stereotype Darstellungen zurückgreifst, könnten diese unbeabsichtigt rassistische oder sexistische Vorurteile verstärken und die Vielfalt und Inklusivität in der Fantasy-Literatur einschränken. Da du eine Geschichte erzählen willst, ist dir klar, dass jede Figur eine komplexe Darstellung von ach so vielen Emotionen und Nuancen ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Klischees in Fantasy-Büchern Risiken bergen, einschließlich Eintönigkeit und Vorhersehbarkeit in der Handlung, mangelnde Originalität und Kreativität sowie Stereotypisierung von Charakteren und Rassen. Sei also vorsichtig, wenn du auf altbewährte Konzepte und Charaktere zurückgreifst.

Wie man Klischees in Büchern erfolgreich einsetzt

Willst du deine Leserschaft fesseln und verblüffen, dann musst du Klischees in deiner Geschichte richtig einsetzen.

Die Bedeutung von Kontext und Originalität

Klischees funktionieren in einem einheitlichen Kontext wunderbar. In einer bösen Welt verstehen wir alle, wie ein auserwählter Held funktioniert. Da könntest du viele Seiten streichen und wir würden trotzdem noch der Handlung folgen können.

Lässt du die Welt nicht böse, sondern gut sein, dann ist alles anders. Wir kennen das Prinzip der auserwählten Figur nur im Kontext der bösen Welt. Ein anderer Kontext wirft Fragen auf und bricht das Klischee. Überleg dir gleich selbst, wie sich das als Ausgangspunkt einer spannenden Geschichte entwickeln könnte.

In diesem Zusammenhang können wir auch gleich von Originalität sprechen, denn wenn du den Kontext eines Klischees änderst, dann beginnst du, einzigartige und originelle Ideen zu finden.

Nutze Klischees als Basis und spiele an ihrem Kontext herum, um deine Geschichte zu entfalten.

Die Rolle von Charakterentwicklung

Sicher kennst du den Ausdruck “show, don’t tell”. Es geht darum, dass wir Handlungen erleben und nicht einfach erzählt haben wollen.

Dir ist nicht kalt. Du holst deine Wechselkleidung aus deinem Rucksack, um jede winddurchlässige Stelle deiner Ausrüstung zu stopfen.

Ich will damit sagen, dass du dein Publikum erleben lassen sollst, wie du mit Klischees umgehen kannst. Am besten geht das, wenn du deine Charaktere stereotypisierst und sie dann Schritt für Schritt via Charakterentwicklung individualisiert.

Dein Publikum soll erleben, welchen Wandel deine Figuren durchleben.

Klischees als Stilmittel und Erwartungshaltung

Klischees sind nicht per se schlecht. Sie haben viele Vorteile und können eine allgemeine Stimmung verbreiten. Du kannst Klischees beispielsweise nutzen, um eine Erwartungshaltung bei deinem Publikum auszulösen.

Vielleicht magst du das Klischee der Prinzessin in Not und schreibst deshalb adaptierte Versionen davon. Deine Leserschaft besteht dann ziemlich sicher aus vielen gleichgesinnten Personen. Wichtig ist, dass du auf den grundlegenden Aspekt der heroischen Rettung zielst und dem Klischee deine eigene Stimme aufdrückst.

Überraschungselement

Eine Erwartungshaltung gegenüber Klischees habe ich schon angesprochen und sie ist auch der Grund, weshalb du Klischees auch als Überraschungselement einsetzen kannst.

Starte mit einem Klischee und lass es seine Wirkung verbreiten, nur um es dann komplett zu verändern.

Nehmen wir wieder die Prinzessin in Not.

Wir starten ganz normal und schicken unsere Helden auf die Mission, den bösen Drachen zu töten und die Prinzessin zu retten. So weit, so gut. Jetzt stell dir aber vor, dass die Prinzessin eine böse Hexe ist und mit Absicht Helden in ihre Falle lockt. Der böse Drache ist in diesem Fall eine Seele, die verflucht ist, für die Ewigkeit gegen Helden anzutreten und ihre Kraft seiner Gebieterin zu übergeben.

Das müsste man alles natürlich noch ein wenig verfeinern, aber ich hoffe, du verstehst das Prinzip.

Solltest du Klischees einsetzen? Jein!

Jetzt habe ich dir von verschiedenen Aspekte von Klischees in Fantasy-Büchern erzählt. Zunächst habe ich definiert, was Klischees sind und warum sie so häufig in der Fantasy-Literatur anzutreffen sind. Der Konsens ist, dass Klischees eine Vertrautheit und ein gemeinsames Verständnis für die Welt und ihre Regeln schaffen können, aber auch Risiken wie Eintönigkeit und Stereotypisierung von Charakteren bergen.

Vergiss niemals, wie man Klischees erfolgreich einsetzen kann, indem du sie auf eine originelle und gut durchdachte Art und Weise einbindest und altbewährte Konzepte mit neuen Ideen kombinierst.

Für die Zukunft bleibt die Frage, wie Klischees auch in Zukunft in der Fantasy-Literatur relevant bleiben können. Eine Möglichkeit besteht darin, Klischees weiterhin als Ausgangspunkt zu verwenden, aber sie in eine originelle und kreative Geschichte einzubetten, die dein Publikum überrascht und fasziniert. Auch das Aufbrechen von Stereotypen und das Erschaffen von vielfältigen und nuancierten Charakteren kann dazu beitragen, die Verwendung von Klischees in der Fantasy-Literatur weiterhin relevant zu machen.

Bemühe dich, faszinierende und ansprechende Geschichten zu erschaffen. So wirst du automatisch den negativen Aspekten von Klischees aus dem Weg gehen.

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